Mit ihrem lebhaften Charakter und ihren reichen Harmonien bereitet Balkanmusik ein ganz besonderes Vergnügen. Wer Volkstanzfestivals besucht, kennt diese Musikrichtung sehr gut; man könnte sie auch als ethnische Musik bezeichnen. In fast allen Balkanländern ähneln sich die eingängigen Melodien stark, und auch ihre mitreißende Lebensfreude ist dieselbe. In der Balkanmusik ist zudem der Einfluss der rumelisch-türkischen Musik spürbar. Sie ist ein großes Ganzes, dem viele kleine ethnische Gruppen ihre eigenen Farben verliehen haben.
Dieser besonderen Mischung liegt, grob gesagt, eine Verbindung aus slawischer Tradition, deren Wurzeln bis in vorchristliche Zeit zurückreichen, und Elementen aus Ostrom (Byzanz) und dem Osmanischen Reich zugrunde. Slawische Tradition, griechische Elemente und anatolische Farben, die das Osmanische und das Byzantinische Reich umspannen, haben in einer einzigartigen Wechselwirkung jenen reichen Schatz geschaffen, den wir heute Balkanmusik nennen.
Die Balkanmusik steht der türkischen Kultur sehr nahe. Die Musik des Balkans unterscheidet sich deutlich von der des übrigen Europas, denn alle Balkanvölker teilen mit dem Osmanischen Reich eine gemeinsame kulturelle Vergangenheit – und das wichtigste Merkmal dieser Musik sind ihre komplexen Rhythmen.
Mit den wachsenden Kommunikationsmöglichkeiten haben sogar Bands in Amerika und Nordeuropa die Wärme dieser Musik entdeckt, zu ihren Instrumenten gegriffen und angefangen, Balkan-Folk zu spielen. Auch Gruppen aus Bulgarien, Ungarn und Mazedonien verbinden Ost und West und machen diese Musik in der ganzen Welt bekannt.